Ein typischer Showtag …

Samstag, 14.7.2012, 10:00: Ok. Jetzt mal aus dem Bett. Und bitte heute im Showstar Modus booten, denn heute abend ist CD Release Konzert. Mist. Wo ist ein Haushälter, wenn man einen braucht? Ich kann doch heute unmöglich in den Supermarkt fahren, um banale Dinge fürs Wochenende und den Haushalt einzukaufen! Ich bin ein Star und halt mich da raus! Na gut, im Angesicht eines knurrenden Magens überrede ich mich, es doch zu tun. Aber nach der ersten Million verkaufter CDs kommt als erstes ein Haushälter her. Der Blick aus dem Fenster verrät: Das bestellte Anti-Biergarten- und Anti-Feibadwetter wurde termingerecht angeliefert. Immerhin.

12:35: Aufbruch. Mal sehen, ob ich bei diesem Beladungsstand des Autos mit Equipment ohne Achsbruch ins Theater komme. Der Technikeinsatz nimmt Dimensionen an. Setze kurzerhand einen Truck auf die Liste, auf der auch der Haushälter steht.

13:00: Ausladen am Theater. Zu meiner Überraschung hält das Universum einen Parkplatz vor der Eingangstür frei. Ich bin skeptisch, Das könnte eine Falle sein. Stelle mich aber trotzdem hin. Neben dem Haushälter und dem Truck fehlt auch ganz eklatant ein Roadie. Also selber schleppen. Aber vorher auch den Roadie auf die Liste schreiben.

13:40: Erster Beamer- und Lichtcheck mit dem Haustechniker. Läuft reibungslos. Erstaunlich. Auch die Veranstaltungstechnik Crew ist pünktlich da. Profis. Ich liebe es.

14:40: Die PA ist so gut wie aufgebaut und zwei von drei Bandmitgliedern treffen ein. Zwanzig Minuten vor der vereinbarten Zeit. Hallo?! Heute werden alle Klischees ausgehebelt, wie mir scheint.

15:30: Das dritte Bandmitglied trifft ein. Er stand im Stau. Gott sei Dank: Wenigstens einer hält die Fahne für die Klischees hoch.

16:50: Der Soundcheck ist durch und die Generalprobe inkl. Licht und Visual-Dramaturgie kann starten. Zum Glück passiert hier ein Fehler und das Intro-Playback bricht ab. Es läuft also, wie am Schnürchen. 

17:45: Generalprobe zu Ende. Die Intro-Dramaturgie steht. Ich habe den Verdacht, sie wird trotzdem anders laufen. Außerdem bin ich verwundert. 45 Minuten vor Einlass fertig? Was haben wir vergessen? Normalerweise wird der Einlass doch mindestens 30 Minuten verschoben. Ich bin skeptisch.

19:40: Jetzt die Stimme noch mit einer Tasse Tee geölt. Ich sitze in der Theatergastronomie und schreibe diese Zeilen. Die Zeit vor dem Gig, wenn alles erledigt und vorbereitet ist, ist immer irgendwie die härteste. Ist die Gitarre richtig gestimmt? Läuft der Soundgenerator für’s Klavier rund? Werde ich auch nicht über ein Kabel fallen? Wie ging nochmal der Text? Habe ich das Bügeleisen zuhause ausgesteckt? LOSLEGEN WILL JETZT! 

20:35: Raus auf die Bühne. Die Introdramaturgie läuft anders. Egal. Auf der Bühne ist’s heiß. Die Stimmung ist gut, auf der Bühne und vor der Bühne … let the show begin.

23:15: So spät schon? Programm schon durch? Haben wir auch alles gespielt, was auf dem Zettel stand?! Hätte noch eine Stunde weiter machen können. Hm. Frage mich, ob das Programm unten genau so schnell vorüber ging, wie oben? Wenn ja, war’s gut.

23:20: Hey. Die Leute sind begeistert und wollen signierte CDs. Scheint wohl wirklich gut gewesen zu sein. 

00:30: Band, Crew und Gäste sind weg. Jetzt noch Krempel zusammen packen. Drei Hardcore Fans sitzen noch am Tisch und helfen begeistert beim Raustragen. (Danke, Jungs!!!) Schreibe die drei auf die Liste als potenzielle Roadies und lasse mich gegenüber noch auf einen Absacker einladen.

02:30: Habe noch nie erlebt, dass ein Cuba Libre im Maßkrug serviert wird. Ist wohl besser, ich lasse mich nach Hause fahren … Bett jetzt.

War ein super Abend!!! Danke an alle die da waren und danke an alle die mitgearbeitet und geholfen haben!!!

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